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Bücher
„Hectors Reise“ von Francois Lelord Dieses kleine Büchlein habe ich von einer sehr guten Freundin geschenkt bekommen. Und sie weiß meist sehr gut, was sie zu verschenken hat, damit der Empfänger sich freut. Scheinbar kennt sie meine literarischen Vorlieben mittlerweile sehr gut. Einfach geschrieben, etwas kindlich naiv formuliert und doch sehr bewegend. Hector, wenn auch der Name und der Schreibstil des Buches anderes vermuten lässt, ist ein Psychiater. Aber so recht glücklich ist er nicht. Er macht sich auf eine Reise, um das Glück zu finden. Was damit gemeint ist, findet der Leser schnell heraus. Hector sucht nicht sein Glück, er sucht nach einer Definition für das Glück. Wie lassen sich die Bedingungen beschreiben, die zum Glücklichsein führen? Gibt es Regeln dafür, wie wir glücklich werden können? Ich bin am Ende des Buches glücklicher gewesen als vorher. Nicht nur, weil sich das Buch sehr schnell lesen lässt. Vielen von Hectors Erkenntnissen kann ich voll zustimmen, einigen weniger. Aber ich habe erkannt, das meine eigene Lebenssituation mich zu einem wirklich glücklichen Individuum macht. Verglichen mit vielen anderen Menschen auf dieser Welt. Ich muss halt manchmal aufpassen, mich nicht mit den falschen Menschen zu vergleichen. Unerreichbare Ziele können unglücklich machen. Hector bringt es bei seiner Suche auf 23 Lektionen. Die für mich wichtigste ist Lektion 20: „Glück ist die Sichtweise auf die Dinge“ Gerade heute wieder hat mir jemand mein zusätzliches Weihnachtsgeld gestrichen, das sicher sehr schön zu haben gewesen wäre. Aber ich habe eine sehr schöne Lebenssituation mit viel Zeit und ausreichend Geld für das Leben. Sichtweise: lieber Zeit als Geld. Das ist mir mittlerweile wichtiger. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Die anderen von F Lelord werde ich auch noch lesen.
„Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ von Gerd Gigerenzer und Hainer Kober .
Dieses kleine Büchlein ist ein wissenschaftliches Buch, auch wenn es sich nicht so liest. Ein guter Freund hat es mir geschenkt, der es auch parallel gelesen hat. Für einen „echten“ Wissenschaftler mit der Maßgabe deutscher Unis erscheint der Schreibstil sehr unwissenschaftlich. Aber wer die Verweise und die Literaturangaben durchsieht, der merkt sehr schnell, das eine große Anzahl verschiedenster Untersuchungen und Ausarbeitungen zu diesem Thema ausgewertet wurden. Ja, der Autor vertritt eine eigene Meinung und versucht diese durch unterschiedlichste Erkenntnisse und Beobachtungen zu belegen. Mir braucht er das aber nicht unbedingt belegen, denn ich fühle mich häufig in meiner eigenen Sichtweise bestätigt. Das macht das Buch dann auch etwas langatmig. Es lohnt sich jedoch, bis zum Ende zu lesen. Das Buch kann auch noch als Zeitmanagement Methode eingesetzt werden. Denn wenn ich glaube, mit einem Halbwissen auch gute Ergebnisse erzielen zu können, dann kann ich mir häufig viel Vorarbeit ersparen. Eine Untersuchung hatte mich so sehr beeindruckt, dass ich meine letzte Prüfungsvorbereitung entsprechend reduziert habe. Ich bin auf den 22. Oktober gespannt, um an den Prüfungsergebnissen abzulesen, ob ich richtig gehandelt habe. Die These lautet in Kurzform: Wenn ich mit Halbwissen in einem Fachgebiet und einiger Lebenserfahrung eine Fachaufgabe lösen soll, dann erziele ich gute Ergebnisse (über der Zufallstrefferwahrscheinlichkeit). Erarbeite ich mir mehr Fachwissen, werde ich erstmal schlechter, weil ich mich nicht mehr auf meine Intuitionen verlasse. Erst mit deutlich mehr Aufwand erarbeite ich mir dann so viel Fachwissen, dass es für ein besseres Ergebnis ausreicht. Dieser Aufwand bedeutet Zeitaufwand. Diese Zeit habe ich aber anders genutzt. Ich habe sie mit Freunden verbracht und zum Denken verbraucht. Auch war ich anderen nützlich, was in einem andern, sehr guten Buch „Hectors Reise“ eine der Lektionen zum Glücklichsein ist. So wie ich diese These beschrieben habe wird man sie bei Gigerenzer nicht finden. Aber jeder liest und versteht die Zusammenhänge unterschiedlich. Diese Deutung ist meine und damit geht’s mir gut. Vielen Dank für dieses Buch. Es hat mir geholfen, weniger Stress zu haben. Ich revidiere den Dank, falls ich die letzten Prüfungen nicht bestanden habe. Das Buch kann ich empfehlen. Vor dem wissenschaftlichen Ansatz braucht man sich nicht abschrecken zu lassen. Es liest sich wie ein Essay, ist aber keines.
„Nach uns die Zukunft“ von Wolfgang Sachs. Ein interessanter Ansatz am Ende des Buches. Ich habe auch nur das Ende gelesen, denn das passt gerade gut als Einstimmung auf eine kommende mündliche Prüfung zum Thema „Nachhaltigkeit“ in WiPo. Ab Seite 189 schreibt Sachs zur Erkundung neuer Wohlstandsmodelle. Wie die meisten Wirtschaftswissenschaftler beginnt die Geschichte mal wieder beim alten Adam Smith. Die Thesen und Meinungen sind aber mindestens genauso interessant in der heutigen Zeit, wie die von Smith im 18ten JH. Beeindruckend und naiv anmutend ist der Gedanke schon. Wenn wir den Wohlstand eines Landes nicht mehr vom Bruttosozialprodukt und der Produktivitätssteigerung abhängig machen, dann könnten wir nachhaltiger mit den Ressourcen dieser Welt umgehen und trotzdem glücklich sein. In der heutigen Wohlstandsdefinition gehen Dinge wie Hausarbeit, Freundschaften, Zeit für persönliche Aktivitäten, gegenseitige Hilfen, Vereine und ähnliches nicht ein. Die lokale Wirtschaft wird zugunsten höherer Produktivität oder günstigerer Produktion an entfernten Orten vernachlässigt. Unsere Umweltprobleme beruhen zum Teil darauf, dass wir in die Lage versetzt wurden, Güter, Menschen und Daten sehr schnell und günstig über weite Strecken zu transportieren. Warum müssen beispielsweise die Einzelteile einer Jeanshose bis zum Ende der Nutzungsdauer fast 50.000 km zurücklegen? Viele betrachten schon heute die Verkehrsdichte als störend, weil plötzlich jeder schnell überall hin kann. Wenn wir wegkommen vom Denken, dass Wohlstand nur durch Steigerungsraten zu erwarten ist, dann können wir es auch schaffen, die Langsamkeit zu fördern. Fahrzeuge, die nur noch lokal gebraucht werden sind durch die Bauart schon effizienter in ihrem Umgang mit Energie. Teurere lange Strecken befördern die regionale Wirtschaft. Regionale Wirtschaft kann sich deutlich besser der dezentralen Energie aus Sonne, Wind und Biomasse bedienen, wie zentralisierte Wirtschaftsstandorte. Recycling und Reparaturdienstleistungen könne in kleineren Regionen effektiver genutzt werden. Zufriedenheit statt stetiger Konsumsteigerung kann ein wirklich lohnender Ansatz sein. Ich bin nicht so naiv, dass ich glaube, dieses Buch oder die Vertreter des Denkens in neuen Wohlstandsdefinitionen werden unsere kapitalistische Welt (heute eher Marktwirtschaft genannt) verändern. Aber es ist schön, darüber nachzudenken, denn entweder wird uns die Umwelt zwingen umzudenken oder die fossilen Energiereserven werden durch die Verknappung so teuer, dass sich wirtschaftlich die Reduzierung der Transportkosten mehr lohnt als billigere Produktion. Das hier Zusammengetragene ist auch ein Teil eigener Interpretation zum Thema. Ich finde, dass ich ein sehr spannendes Prüfungsthema gefunden habe und freue mich auf weitere Lektüre dazu. Das andere Thema ist „Grundeinkommen für alle“. Auch ein heikles Thema, denn welcher Arbeiter mag es heute schon, dass auch jemand ohne zu arbeiten Geld zum Leben erhält. Kann das Gerechtigkeitsempfinden eine solche Reform überhaupt zulassen? Auch hier gibt es interessante Literatur, die ich demnächst sicher auch mal vorstelle.
Sten Nadolny „Netzkarte“ Gekauft hatte ich das Buch, weil ich von seinem Werk „Die Entdeckung der Langsamkeit“ so beeindruckt war. Der Schreibstil und auch der Aufbau von Spannungen zu interessanten, aber nicht häufig zu findenden Themen gefiel mir. Danach habe ich sein „Ein Gott der Frechheit“ versucht zu lesen und habe bereits vorzeitig diese Qual beendet. Die „Netzkarte“ jedoch ist ein Buch, was ausnahmsweise ab der Mitte nicht langweilig wird oder übereilt geschrieben wirkt. Das mag daran liegen, dass es eigentlich zwei Netzkarten sind, denn die eine wird 1976 und die andere 1980 genutzt. Der Reisende, Ole, fährt damit nach Belieben durch Deutschland und steigt aus oder ein, wo er gerade will. Seine Gedankengänge sind nachvollziehbar und manchmal regen sie stark zum eigenen Reflektieren an. Es erscheint mir eine Art von Freiheit zu sein, wie ich sie früher über meine Reisen mit einem kleinen Camper gespürt habe. Der Weg ist das Ziel. Nur kann ich mir nicht vorstellen, das die beschriebenen erotischen Abenteuer der ersten Reise auch wirklich so leicht realisierbar waren. Oder ich lebe halt in einer anderen Welt und 70er Jahre und freie Liebe gab es wirklich?! Die zweite Reise ist dann eher die Verarbeitung von zwei wichtigen Gefühlen. Einer enttäuschten Liebe und dem Tod des Vaters. Vom Denkprozess gefällt mich die zweite Reise besser. Ich finde mich und einige Freunde durchaus in den Gedankengängen wieder. Das schöne an dieser Reise ist, dass sie von einem angehenden Lehrer unternommen wird. Die erste Reise direkt vor den Prüfungen zum zweiten Staatsexamen, statt zu lernen. Das würde ich sicher nicht machen. Ole wird dann auch kein Lehrer, aber nicht nur weil er die Prüfung nicht schafft. Gut zu Lesen und empfehlenswert, wenn man keine Angst vor eigenen Gefühlen hat, die zumindest bei mir durch Reflexion erzeugt wurden. Ich denke, das nächste Buch von Nadolny, in dem es wieder um eine Netzkarte und Ole, 20 Jahre später gehen soll, werde ich mir auch mal besorgen.
„Die Ökonomie des unschuldigen Betrugs“. John Kenneth Galbraith erzählt hier sehr locker, was ihn an der Wirtschaft und den traditionellen Wirtschaftswissenschaften stört. Außer bei einigen, sich ständig wiederholenden Kritiken an den Einkommen von Managern kann ich dem Geschriebenen durchaus zustimmen, fühlte mich dabei aber immer so, als wenn das doch alles längst bekannt ist. Aber, mir ging auf, dass hier die Wirtschaft wie in einer Wirtschaft (Stammtisch) besprochen wurde. Dies aber auf einem höheren Niveau als dem der Bild Zeitung Schlagworte. Wenn ein so wichtiger Wissenschaftler in dieser einfacher Art entsprechend diskutiert, dann darf ich das vielleicht auch weiterhin. Theorien und Modelle der Wirtschaftswissenschaften kann ich eh oft nicht ganz ernst nehmen. Sie schließen mir einfach zu viele Nebenbedingungen aus. Mit Spieltheoretischen Ansätzen habe ich mich noch zu wenig beschäftigt, also bleibt mir nur das „logische“ Interpretieren meiner Wahrnehmung der Welt. Seine Meinung über den Begriff „Arbeit“ ist beim zweiten Lesen dann doch schon interessanter. Arbeit bedeutet für den Einen Frust, für den Anderen Lust. Einige vermeiden es zu arbeiten, weil sie genug haben und die Freiheit nutzen, ihre Situation zu genießen. Wer am meisten Spaß an der Arbeit hat, der hat meist auch das höchste Einkommen. Oftmals ist der logische Zusammenhang aber eher andersherum zu begründen. Es gibt halt mehr Geld für die leichteren (körperlichen) Arbeiten. Wer keine Arbeit hat und von Sozialleistungen leben muss, der wird in unserer Gesellschaft hingegen als minderwertig angesehen. Interessant finde ich den Ansatz, dass Arbeit vielen Spaß macht, allerdings meist durch die Anerkennung die man durch die Arbeit erhält. Diese Anerkennung erfolgt aber in der Regel nur durch andere Arbeiter in direkter Umgebung. Die restliche Gesellschaft sieht meine Arbeit nicht.
„Voll beschäftigt“ von Oliver Uschmann. Ein Hartmut-und-ich Roman. Den habe ich gekauft, weil ich zeitweise in einer Männer WG lebe und weil ich Wirtschaft/Politik (für Lehrer) studiere. Vollbeschäftigung ist da je immer wieder ein Diskussionspunkt. Der Roman beginnt auch sehr schön, indem er die Ideenvielfalt aufzeigt, der auch wir in unserer 2er WG nicht entgehen können. Ständig gibt es neue innovative Themen zu besprechen. Nicht immer sinnvoll, aber meist Abendfüllend zu diskutieren. Auch die Bewohner dieser Roman WG haben eine gute Idee, durch den Job von Hartmut. Der sich als Online-Berater versucht. Er stellt fest, dass Akademiker, insbesondere die mit sehr guter Ausbildung, keine Jobs finden. Sie können sich meist nicht einmal für „Malocher-Jobs“ einstellen lassen. Es wird also ein Institut für Dequalifizierung gegründet. Bis hierher war ich vom Buch begeistert, ab der Beschreibung der Arbeit des Instituts für die Klienten wird es chaotisch und flach. Seite 135 ist die erste Seite des Buches, die ich nicht mehr lesen werde. Die letzten 40 Seiten waren Quälerei, von der Hoffnung getragen, es könne ja wieder besser werden. Vielleicht wird es das ja auch noch, schließlich gibt es 316 Seiten. Ich werde meine Zeit lieber für „Die Kinder und die Armen“ Pestalozzis Lebensgeschichte verwenden.
„Alexander S. Neill“ von Axel D. Kühn als rororo Taschenbuch in Form einer Monografie herausgegeben. Einer meiner Lieblingsdozenten hatte (mal wieder) darauf hingewiesen, dass es Sinn macht, sich mit dem Umfeld der wichtigsten Pädagogen auseinanderzusetzen. Zumindest als Lehrer sollten wir wissen, wer unsere Bildungswege und die Pädagogik eigentlich beeinflusst hat. Und die Lebensumstände machen oft klarer, wie die Aussagen der „Vorbilder“ zu werten sind. Bislang habe ich häufig gedacht, dass es doch eigentlich auf das Gesagte oder Geschriebene ankommt. Weniger auf die Geschichte und Lebensumstände des Schreibers. Ein guter Freund von mir liest seit Jahren auch viele Biografien (zumeist von Menschen, die ich nicht einmal kenne), das konnte ich auch nie so recht nachvollziehen. Was soll mich schon das Leben Fremder interessieren? Nach dieser Monografie über den Begründer der „Summerhill Schule“ sehe ich das etwas anders. Nach dem Seminar schnell in die Bibliothek und das Buch geliehen, machte es sofort Spaß darin zu lesen. Kühn hat einen einfachen, klaren Schreibstil, so dass ich nicht zu viel überlegen musste. Vorletzte Nacht habe ich das dann durchgelesen und war sehr erstaunt, dass selbst ich als Langsamleser dieses schaffen kann. Neill hat seinen Weg zum Schulreformer scheinbar eher zufällig gefunden. Seine Probleme, ein strenger Lehrer als Vater, ältere (klügere) Brüder und eine auf den „Stand“ achtende Mutter, führten dazu, dass er nur noch Lehrer werden konnte. Zu einem vernünftigen Beruf hat es (seine Intelligenz) einfach nicht gelangt. Die Strenge der schottischen Schulen und die harte Art, mit den Schülern umzuspringen hatten ihm nie behagt. Er musste aber mitmachen, wenn er als Lehrer seine Anstellung behalten wollte. Schön ist auch sein Weg durch die Kriegswirren und seine Erfahrungen durch die Arbeit an Deutschen Reformschulen der 1920er Jahre beschrieben. Erstaunlich fand ich, dass jemand, der eine Schule gründen will, dieses nicht in seiner Heimat beginnt. Erst mit dem Scheitern der ersten Versuche ging er nach England (nicht Schottland), um Summerhill zu gründen. Die heutige Schule steht aber nicht einmal mehr auf einem Hügel, dem Summerhill. Ich empfinde den Lebensweg und Neills pädagogische Denkweise nachvollziehbar. Sein Gedankengut kann ich größtenteils akzeptieren und als Ziel meiner eigenen Arbeit verfolgen. Erstaunt hat mich nur, dass so eine kleine Schule eine so extreme Wirkung auf die Schulformen in Europa nehmen konnte. Es lag hierbei sicher weniger an den Konzepten und der Schule an sich, als vielmehr an der aktiven und exzellenten Öffentlichkeitsarbeit Neills. Durch seine Bücher und Vortragsreihen wollte er vordergründig für seine Schule werben. Erst später wurde ihm auch wichtig, seine Idee zu verbreiten. Die Kompromisslosigkeit der Umsetzung seiner „Selbstverwaltung“ ist das eigentlich herausragende. Und genau hier werden viele ambitionierte Lehrer am Schulsystem scheitern. Ich jedenfalls mache mir nicht vor, dass ich eine vorhandene, womöglich staatliche Schule entsprechend umgestalten kann. Allerdings lebt nach diesem Buch auch mein Traum von einer eigenen Bildungseinrichtung wieder auf. Und da darf ich dann ausprobieren, was ich für richtig halte – zumindest so lange, biss ich pleite bin .
“Warum haben Männer Brustwarzen?” von Leyner und Goldberg. lese ich derzeit. Bisher empfinde ich diesen lustig, aber ernsthaft gemachten kleinen Ratgeber wirklich nett. Jeden Abend lerne ich neue Kleinihgkeiten, die meinen nächsten Small Talk bereichern könnten.
Bislang habe ich nicht weitergelesen, weil es einfach spannendere Bücher gibt. Vielleicht mal im Urlaub?
“Molwanien, Land des schadhaften Lächelns” ist ein witzig gemachter Reiseführer durch ein Land, das es (zum Glück?) so nicht gibt. Ich denke, es kann im Unterricht unterschiedlicher Fächer durchaus mal eingesetzt werden. Die Aufmachung entspricht den klassischen Reiseführern. Und genau so sollte man es besser auch lesen. -Selektiv- nur das, was einen auf der Reise auch interessiert. Spätestens bei der dritten Beschreibung von Hotels oder Gaststätten unterschiedlicher Städte, wiederholen sich die witzigen Anmerkungen. Dann wird es langweilig. Bis zur Mitte des Buches durchaus lesenswert. Auf den Rest kann ich dann gerne verzichten.
Sten Nadolny, “Die Entdeckung der Langsamkeit” ist ein Buch, von dem mir Stephan schon viel erzählt hatte. Einige gute Freunde aus Flensburg haben es mir dann geschenkt. Uns es scheint wirklich toll zu sein. Durch eine fiebrige Erkältung komme ich seit gestern viel zum Lesen und bin begeistert über den Erzählstil. Das macht wirklich Spaß. Danke für die gute Lektüre.
Ich habe auch mal (versucht) ein Buch von Feridum Zaimoglu (Kanak Sprak) zu lesen. Ich finde das wirklich schlecht. Oder begreife ich einfach nicht, was er will? Ich denke, mit so einer wilden Zusammenstellung von Texten, in einer für mich nicht zusammenhängenden Weise tut man dem gegenseitigen Verständnis keinen Gefallen. Wer das Buch haben will: es geht zum Sonderpreis weg, weil es in meinem Regal nichts zu suchen hat.
Dagegen hat mit eine liebe Kommilitonin mal die “Wilde Reise durch die Nacht” von Walter Moers geliehen. Das ist wirklich nett zu lesen. Einfach aber gut. Ich habe nur immer auf den grossen “Aha” Effekt gewartet. Weil ich immer das pädagogisch Wertvolle als Moral erwartet hatte. Ein wenig geht es um Selbsterkenntnis und Selbsteinschätzung. Ich glaube ich muss mit der Besitzerin noch mal darüber reden.
“Helle Barden” von Terry Pratchett , das soll so ähnlich sein, wie der Erzähl Stil von Douglas Adams. Das kann ich zwar nicht behaupten, aber diese Art von Phantasie Roman hat seinen Reiz. Zum Geburtstag haben mir viele Freunde weitere Pratchett Bücher geschenkt. Ich freue mich schon darauf, diese zu lesen. “Helle Barden” kann ich dann Udo wieder zurück geben. Auch wenn die Namen der Akteure teilweise zu albern klingen, ist die Geschichte sehr mitreissend zu lesen. Ich musste nur die ersten 50 Seiten überstehen, um von dem Schreibstil begeistert zu werden. Meine Frau ist übrigens von Pratchett mittlerweile infiziert.
Mein Favorit bleibt aber Douglas Adams Trilogie in fünf Bänden. “Per Anhalter durch die Galaxis” Auch wenn ich es sonst nicht mache, diese Bücher kann ich immer wieder lesen. Es ist ein so schöner Klamauk, so schön verdrehte Sprache und sind so nette Wortspiele, dass die tollen Ideen der Geschichte(n) beinah in den Hintergrund geraten. Aber wer einmal gelernt hat zu fliegen (ohne Flugzeug), der wird das sicher nicht wieder vergessen.
Heute fiel mir der Roman “Das Maja Ritual” von Patrick Dunne wieder in die Hand. Es ist schon einige Zeit her seit ich das gelesen habe. Für mich als ehemaligem Taucher war es sehr reizvoll, vom Tauchen in unterirdischen Seen zu lesen, scheinbar versteht der Autor auch etwas davon. Eigentlich geht es um einen mysteriösen Mord auf dem Gebiet alter Maya Heiligtümer, etwas Politik ist auch dabei (Spannungen zwischen USA und Mexiko). Ich fand den Roman sehr spannend und habe die 365 Seiten recht schnell gelesen, obwohl ich sonst eher lange brauche, bis ich ein Buch beende.
Gerade beendet habe ich das alte Jugendbuch “König Hänschen I”von Januz Korzack. Dieses Buch, das Anfang ds lezten Jahrhunderts geschrieben wurde ist aus verschiedenen Gründen lesenswert. Es ist futuristisch, in dem Sinne, das Kinder die Macht im Staat ausüben, es ist aber auch realistisch bei den Folgen. Besonders gut gefällt ir der erste Teil des Buches, ab der zweiten Hälfte ändert sich leider der Stil und es geht hauptsächlich um Krieg. Der Beginn ist gut zum Vorlesen geeignet, weil schwierige Begriffe kindgerecht erklärt werden, Korzach verzichtet später abe leider darauf. Aber aus einem anderen Grund ist das Buch auch noch lesenswert, denn der Kinderarzt Korzack hate während der Naziherrschaft ein polnisches Kinderheim geleitet. Als die Kinder ins KZ verschleppt wurden, hat er sie freiwillig begleitet und ist mit ihnen zusammen umgebracht worden. Ein weiteres Buch habe ich als Hörspiel schon vorliegen “Macius I”, und auch “König Hänschen auf der Insel” werde ich sicher noch lesen.
“Die Vermessung der Welt” von Daniel Kehlmann ist meines Erachtens nach unbedungt lesenswert. Wenn man sich ein wenig für Wilhelm von Humboldt interessiert, kann es sehr amüsant sein, etwas mehr von seinem Bruder Alexander zu erfahren. Die Verbindung mit Gauß, dessen Normalverteilung wir als Schüler ja schon alle kennenlernen durften, macht diesen Roman noch besser. Wir erfahren einige Hintergründe der Welterkundung, des Humboldschen Familienverhältnisses und mehr. Das Ganze ist in wahrscheinlich erfundene Episoden und interpretierte Gedankengänge spannend verpackt. Angenehm schnell und fesselnd zu lesen.
“Respekt im Zeitalter der Ungleichheit” von Richard Sennet habe ich grad begonnen, leider muss ich das Buch bald wieder an die Bücherei zuückgeben. Wenn es aber so interessant weitergeht, wie diese Biografie anfängt, werde ich es wohl kaufen. Die Probleme der 1950er Jahre in den USA sind zwar andere als heute bei uns. Aber das Thema Respekt vor dem Anderen, ist und bleibt wichtig un interessant. Mir zeigt e, dass Buchmpfehlungen von Uni Professoren oder Dozenten teilweise überraschend gut sind. Meist gefallen mir die “nicht-wissenschaftlichen” Empfehlungen am besten. Hierzu zählte ja auch schon “König Hänschen I”.
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